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Uff. Also ist der Plan tatsächlich, die Energiekrise auf die denkbar unsozialste Weise lösen zu wollen (anstatt gerade jetzt Klima-/Zivilisationskollaps durch Degrowth und drastische Energiewende abzufedern und das Problem extreme finanzielle Ungleichheit/Umverteilung anzugehen).
Diejenigen, die eh wenig Geld haben, und das ist wohl der Großteil der Bevölkerung, können gar nicht mehr Energie einsparen als sie schon längst tun. Die genug Geld haben, werden ihre Lebensweise nicht ändern (und garantiert wird niemand sie im Eigenheim auf Heizverhalten kontrollieren) und die Wirtschaft bleibt auch unangetastet, weil "Wachstum".
Und diejenigen mit den einfachen Antworten (formally known as Pegida und "Querdenker") stehen schon geifernd in den Startlöchern, die Masse aufzuwiegeln :/

deutschlandfunk.de/bundesnetza

Nachtrag, aus Gründen: Als geifernde Aufwiegler ist übrigens die Faschopartei AfD mitgemeint. Dass im Vorfeld der Weidel heute medienwirksam eine Bühne geboten wird, ihre einfachen Antworten auszukotzen, um dem Ganzen schonmal Zunder zu geben, finde ich nicht nur medial naiv, sondern vorsätzlich gefährlich :/

@IsabelleV
Was man diesbezüglich mit den 100Milliarden Euro von Lindners Tankrabatt hätte auf die Beine stellen können!?!
Förderprogramme, Innovationspreise für Green-KMU's usw.

Und welchen Leuchtturm-Effekt das auf die EU hätte haben können...

Es ist peinlich, was da von der Regierung nach einem Jahr kommt.

@IsabelleV ja, langsam wird es doch etwas auffällig, wie sehr auf die Bevölkerung verwiesen wird, wenn es um Energie sparen (oder Umweltschutz oder was auch immer) geht.

Klar soll jede:r einzelne einen Beitrag leisten, aber auch Unternehmen & Politik sind gefragt!

"Aber die Arbeitsplätze" hört man dann immer, nur um die Wirtschaft aus der Verantwortung zu nehmen.

Dass unser auf Wachstum und BIP getrimmtes Wirtschaftssystem dringend einer Änderung bedarf, wird dabei natürlich nicht erwähnt.

@IsabelleV Der soziale Sprengstoff macht mir auch zunehmend Sorgen!

Ich weiß gar nicht mehr, wo ich noch Energie einsparen könnte (Salz zu Beginn in das Nudelwasser geben..?) und vielen Bekannten und Freunden geht es mittlerweile ebenso: Eine Freundin macht ihr Abwaschwasser sogar schon in einem Eimer warm, den sie für ein paar Stunden ins Auto stellt..!

Das Ende der Fahnenstange ist für viele Menschen in diesem Land längst erreicht.

Aber die Wirtschaft...!!!

@IsabelleV @Heidefisch Und nur ja keine Übergewinnsteuer... die Anleger!!!

Wenn es so weitergeht, und es geht so weiter, tritt mit Beginn der Heizsaison eine Revolution in Kraft.

@jakob
Das fürchte ich ja gerade! Denn es wird, wie @IsabelleV auch in ihrem Beitrag erwähnt hat, auf jeden Fall aus der falschen Richtung kommen.
Und ich habe echt keine Ahnung, wie man das verhindern kann... 🤷🏼‍♂️

@Heidefisch @jakob @IsabelleV Verhindern hätte das eine andere Politik und andere Wirtschaftsstrukturen können. Geht jetzt natürlich nicht auf die Schnelle. Der soziale Frieden wurde sehenden Auges zerstört durch die Umverteilungspolitik der letzten Jahrzehnte. Macht wird immer offener ohne Versuch einer Rechtfertigung ausgeübt. Das ist der eigentliche Rechtsshift, Faschismus und reaktionäre, autoritäre Behörden sind nur äußere Symptome.

Auch friedlich begonnene Revolution, z.B. ein Generalstreik, wird wie Gewalt im Inneren militärisch gelöst, ganz einfach. Dafür sind die Gewaltmonopol-Einheiten immer bereit. Und da eine Destabilisierung von den Rechten sofort genutzt wird, die auch nur darauf warten, ihre Waffenarsenale zu nutzen, werden wir am Ende mehrheitlich froh sein, wenn Polizei und Bundeswehr ihre eigenen Rechten unter Kontrolle haben, Ordnung schaffen und den nicht-faschistischen, realdemokratischen Staat schützen, auch wenn wieder ein paar …

@IsabelleV
Tja, und nun? – Schon im letzten Bundestagswahlkampf fand ich die Fixierung selbst der Grünen auf Wirtschaft und Wachstum befremdlich. Und da sie nun mit einer sog. Partei koalieren, die das Verhindern von Gerechtigkeit im Kern ihrer Programmatik hat (und mit einer dritten, aber wofür steht die noch mal?), können wir ziemlich sicher sein, dass die aktuelle Regierung die Ursachen unserer drängendsten Probleme sämtlich ignorieren wird.

Bessere Optionen innerhalb des Rahmens repräsentativer Demokratie? Weit und breit nicht zu sehen. Stattdessen wieder wachsende Begeisterung für die mit den einfachen Antworten (siehe aktuelle Wahlumfragen Thüringen z.B.). Wie können wir den dringend überfälligen Systemwechsel anstupsen?

@ChW Dass darauf niemand eine Antwort hat (mich eingeschlossen) lässt mich zunehmend verzweifeln. Ich geb die Frage trotzdem mal weiter und geb die Hoffnung noch nicht auf (auch wenn ich denke, wir sollten uns auf das Schlimmste vorbereiten, hinsichtlich fascho-geführte Wutbürgeraufstände ebenso wie in Sachen Klima- und Zivilisationskollaps...)

@IsabelleV @ChW

Für mich war die letzte Wahl die letzte Chance für irgendwelche bereits etablierten Parteien die Kurve zu bekommen.

Ab jetzt ganz massiv nur noch für derzeit nicht im Bundestag vertretene Parteien unterwegs. Klimaliste und Volt sind da meine beiden Kandidaten, die ich am liebsten drin sehen würde und denen ich Änderungen zutrauen würde. Wie mächtig ein Juniorpartner einer Koalition sein kann sehen wir ja gerade deutlich.

Traumparlament: Klimaliste, Volt und Piraten die stärksten 3... *seufz

Aber tatsächlich sehe ich, nicht zuletzt durch das was in den USA passiert und rüber schwappt, in Wirklichkeit Schlimmeres auf uns zu kommen...und halte es für durchaus realistisch noch Regierung(en) zu erleben, die nicht demokratisch/fair/geheim gewählt wurden... aber ich drifte ab.

@IsabelleV
Im Wesentlichen haben wir ja zwei Wege, auf denen wir ein stabileres, verträglicheres System erreichen können – von oben oder von unten. Von oben wäre mir lieber, indem wir nämlich als Gesellschaft zu dem Konsens finden, dass alle Formen von Überkonsum asozial sind, bevor alles kollabiert. Der Blick auf die Weltlage sorgt da erst mal nicht für Hoffnung, aber vielleicht wird’s ja doch noch was. Wir sind halt meines Erachtens über den Punkt hinaus, an dem es noch hilft, gegen z. B. Kapitalismus auf die Straße zu gehen, wenn dahinter nicht auch der bewusste und möglichst massenhafte und konsequente Boykott kapitalistischer Gewohnheiten steht. Und wünschenswert wär’ s ja, wenn die üblen Preissteigerungen für Lebensnotwendiges zumindest bei vielen Menschen zu der Erkenntnis beitragen, dass das Leben nicht dadurch schlechter wird, dass man sich aus der Falle der Konsumzwänge befreit …

@IsabelleV ich zähle mich momentan auch zu den besser Verdienenden. Gibt sicherlich Reichere. Nur sparen wir auch. Überlegen sogar den Wärmetauscher auszuwechseln, damit wir noch mehr Heizung sparen können. Das führt zu Wachstum und Einsparung.
Was mich dennoch derzeit stört ist, dass das einfachste Steuerungsmittel, die Erhöhung von CO2 Steuern und Einführung von anderen Verschmutzungssteuern, nicht massiv weiter getrieben wird, denn das führt immer zu Reduktion. Da ist leider die #fdp schuld.

@polent Übergewinnsteuer wär eine Maßnahme. Aber hier mauert ja nicht nur FDP, sondern auch SPD :/

@IsabelleV auf der anderen Seite bin ich froh, dass unser demokratisches System noch zu funktionieren scheint und nicht nur populistisch ist. Auch wenn dadurch halt Mehrheiten gesucht werden müssen.

@IsabelleV Wenn es Dich beruhigt... auch hier "im Eigenheim" wird gespart. An Haarewaschen mit kaltem Wasser habe ich mich schon gewöhnt und die Gasheizung (seufz) wird auch runtergedreht werden.

lang 

@IsabelleV
Kann die Resignation (im ganzen Thread) nachvollziehen, denke auch über sowas nach. Trotzdem kleiner "Lichtblick": es gibt immer noch einen Riesenhaufen Leute, die das mit dem Energiesparen einfach nicht verstehen, aber aktivierbar sind. Heute erst wieder wen aktiviert sich mal E-Thermostate zu kaufen, ne Gruppe zum Thema Energie, die ich "moderiere" hat Zulauf wie nie. Also dran bleiben, mit Leuten reden, auf effektive und wenig nervige Maßnahmen setzen, um seine mentale Energie nicht zu verbrennen, das ist enorm wichtig! Aktivistenburnout kommt schneller als man denkt. Die soziale Problematik seh ich aber leider auch und wer armutsbetroffen ist darf nicht noch weiter belastet werden, finanziell wie psychisch. Das verkackt die Regierung dank FDP gerade. Zusammen mit dem Zugriff auf große Vermögen.

@IsabelleV
Dass da jetzt Panik aufkommt liegt vermutlich an diesen Zahlen (Gasverbrauch in DE pro Monat in TWh, Quelle Bundesnetzagentur):

@IsabelleV
Nun, der Appell zum Energiesparen sollte differenziert vorgetragen werden. In der EU hat das reichste 1% der Bevölkerung das meiste Sparpotential ... Die untersten 50% leben ohnehin finanzbedingt auf schmalen Fuß..
Das kann an der Grafik "average carbon footprint" für die EU abgelesen werden.
Letztlich müssen alle ihren Beitrag leisten, aber die Energieverschwender am meisten.

Graphics via @StayGrounded_net
mastodon.social/@StayGrounded_

@tuxom @IsabelleV @StayGrounded_net Ich mag Verschwendung auch nicht. Das wären dann: Mehr als einmal die Woche duschen, winters kurzärmelig am PC, mehr als ein, zwei Kilowattstunden am Tag und pro Person, Wein, der nicht selbst vergoren, Fleisch sowieso, mehr Auto als Tretauto, mehr fliegen als Drachenfliegen, mehr fahren als Segelboot, mehr als einmal im Leben Friseur, ja gut ... die eine mehr, der andre weniger ...

@IsabelleV Eine mögliche Lösung wäre die Rationierung von Energie auf die Person gerechnet. Das würde sofort dazu führen, dass Menschen zusammen ziehen, die optimalsten Varianten wählen, aber vorher noch enorme Energien der Gewalt auslösen. Bei Strom/Gas würde ich eine Variante bevorzugen, bei der bis zu 1kW/Tag/Person plus Anschlussgebühr alles gratis wäre, darüber aber extrem teuer. Sagen wir mal 5 Euro pro kWh. Da wäre es unten sehr still und oben würde man begreifen, dasses ernst wird.

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