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Ja, es ist derzeit Vieles schlimm und wird vorerst wohl noch schlimmer - uvm...

Aber manchmal hilft es den Blick vom Abgrund zu heben und gen Horizont zu schauen. Dort, ganz in der Ferne, zeigt sich schemenhaft die andere Seite der Schlucht. Ja, sie sieht so ganz anders aus als unsere Seite von der aus wir den Abgrund überblicken. Aber auch dort gibt es Leben; zeichnen sich doch ganz verschwommen Sträucher und Bäume ab. Und irgendetwas scheint sich an der Kante auch zu bewegen, aus der Schlucht empor zu klettern und auf der anderen Seite zwischen Sträuchern zu verschwinden.

Wir sollten uns beim Abstieg in die Schlucht an diesen Anblick erinnern. Die andere Seite versuchen immer wieder als Ziel zu fokussieren. Mit der Zeit werden wir besser erkennen, auf welchen Pfaden wir hinüber kommen, welche Hilfsmittel, die wir mitnahmen uns wirklich helfen und welche bei der ersten ernsten Anwendung leider zerbrechen. Es hilft nichts stur nach unten in den Abgrund zu starren. Dann nehmen wir nicht wahr, dass es möglich ist die andere Seite zu erreichen und verlieren das Wertvollste: .
Auf dem Weg durch die Schlucht müssen wir uns beeilen. Je länger wir dort unten bleiben, desto gefährlicher wird es, da wir uns erschöpfen. Gleichzeitig ist der Boden der Schlucht voll mit scharfkantigem Geröll, wenig Licht und an der ein oder anderen Stelle kleinen Rinnsalen, die den Boden glitschig machen. Wir werden Fehltritte begehen. Das lässt sich bei dem nötigen Tempo nicht vermeiden. Manche Fehltritte bringen uns nur zum Straucheln und wir verlieren kurz unser Ziel - die andere Seite der Schlucht - aus dem Blick. Andere Fehltritte können uns den Knöchel verstauchen, oder gar brechen. Es wird schmerzhaft und hart. Aber wir müssen auf die andere Seite - in der Schlucht lebt nichts und die Seite von der wir hinabstiegen brennt lichterloh.

Es wird hart, entbehrungsreich, brutal und unfassbar schwer. Aber könnt ihr euch das monumentale Gefühl vorstellen, wenn wir das letzte Mal unseren Arm die steile Felswand emporstrecken und uns schließlich über die Kante der anderen Seite ziehen? Wenn wir endlich vollends erblicken welch eine schöne Welt uns dort noch erwartet, selbst wenn die ersten Meter von den Rauchschwaden der anderen Seite getrübt sind?
Wir und andere Arten werden Leben.

Also. Lasst uns Steigeisen, Seile, Leitern, Kompasse, Taschenlampen, und alles was ihr sonst noch finden könnt und für hilfreich haltet packen und uns aufmachen diese Schlucht zu durchqueren. Wir werden jedes Hilfsmittel brauchen.

Die Zukunft braucht unseren Mut und unsere Zuversicht die andere Seite der Schlucht erreichen zu können.

Hey @MurmeltHier , danke 😉

> "Die Zukunft braucht unseren Mut und unsere Zuversicht die andere Seite der Schlucht erreichen zu können."

Ok.. ich bin dabei 💜 🖤

@MurmeltHier

Wow, super geschrieben - In sehr, sehr eindrücklichen Bildern den einzig gangbaren Weg beschrieben, der uns noch bleibt.

Es stellt sich nur für jeden die Frage, was denn der individuelle Steigbügel, das Seil, der Kompass, gutes Schuhwerk etc. sind.
Bin schon am sammeln. :-)

Und es dürfte sicherlich viele geben, die wie der Coyote aus Roadrunner erst noch eine Weile weiterrennen, bevor sie merken, dass sie längst keinen Boden unter den Füßen mehr haben...

@Herbstfreud @MurmeltHier Für nicht wenige ist das Werkzeug leider ein SUV, ein Prepperbag und und möglichst großkalibrige Schusswaffen... fürchte ich :-(

@jack

Wenn das deren Vorbereitung ist, habe ich ein gutes Gefühl, dass das für diese Menschen nur sehr kurzfristig ein gangbarer Weg sein kann.

Mad Max ist sicherlich keine Idealvorstellung.

@MurmeltHier

@MurmeltHier Danke, sehr schön geschrieben und drückt sehr gut aus, was ich derzeit auch oft denke. Wir brauchen Hoffnung, dass wir das alles schaffen und müssen uns auf das Ziel konzentrieren, statt uns von der Angst und den Herausforderungen lähmen zu lassen.

@MurmeltHier

Danke für den sehr schönen Text und die gute Umschreibung, jetzt bleibt noch der Punkt des Akzeptierens von "wenn es (annähernd so lebenswert) so bleiben soll wie es ist, dann muss sich (systemisch und gesellschaftlich) sehr viel Ändern".

Ich habe die Hoffnung noch immet, dass viele auf diesem Weg bereit si d mitzugehen, auch wenn es Veränderung erzwingt. Ich bin dabei, kremple meine Lebensweise seit längerem komplett um. Und sehe auch im Umfeld viel Positives.

@Thalestria

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