"Auch wenn es vielen Aktivist*innen zuwider ist, sich mit materieller Sicherheit bzw. einem Einkommen zu beschäftigen, ist dies für ein langfristiges Engagement dennoch notwendig. Hier werden wir existenziell mit unseren Abhängigkeiten von unserer Familie, dem Staat und dem industriellen Kapitalismus konfrontiert. Konsumverzicht, freiwillige Armut und Genügsamkeit können den Bewegungsspielraum im Käfig erhöhen, ihn aber nicht abschaffen [...] Die langfristige Herausforderung besteht meines Erachtens darin, ein ausreichendes Einkommen mit einer sinnvollen Tätigkeit und einer passenden Aufgabenstellung zu erwirtschaften, die weder Menschen noch andere Lebewesen verletzt oder ausbeutet und zudem ausreichend Freiraum und Zeit für politisches Engagement lässt. Dies muss nicht von heute auf morgen geschehen, aber sich diesem Ziel Stück für Stück zu nähern, stabilisiert."

-- "Politisch aktiv sein und bleiben"

Das ist ein Thema mit dem ich mich schon lange herumschlage und erst langsam meinen Frieden finde. Es fühlt sich so schlecht an, entweder von Staat oder Kapital existenziell abhängig zu sein und immer wie ein schlechter Kompromiss, wie zu viel Zeit die verloren geht und zu viel Energie die ich investiere, zu viel Bequemlichkeit und Lebensstandard an die ich mich gewöhne, eine schleichende Korruption. Wenn ich dann andere politisch aktive Menschen sehe die von H4 oder kleinen Gelegenheitsjobs leben dann denke ich manchmal - wie viel konsequenter! Nur weiß ich dass so ein prekäres Leben auch ganz schön viel Energie und Aufmerksamkeit erfordert, und die ganze Zeit ein wenig an den Menschen nagt. Is es das wert? Bin da auf jeden Fall noch bei keinem Schluss angekommen.

Yeah, unser Wahlprogramm ist da - endlich! Es ist echt nicht gerade einfach mal eben so ein Teil zusammenzuzimmern, doch nun ist es ja da. Es sind "nur" 23 Seiten - und das ist sogar schon die Kurzversion. Den offiziell abgestimmten Entwurf gibt es ab jetzt zum Download!
und
Kompromisslos, umfassend und auf wissenschaftlicher Basis.

klimaliste-bw.de/wahlprogramm

WHO-Chef erinnert, dass entschlossenes Handeln gegen die #Klimakrise gleichzeitig auch Pandemievorbeugung ist: orf.at/stories/3195137/

Durch Mord zur absoluten Macht - Hitler dezimiert die SA

arte.tv/de/videos/086122-000-A

Absolut sehenswerte Doku über die letzten Tage vor der totalen Machtergreifung Hitlers durch Ausschalten der SA und anderer Gegenspieler.

Im Juni 1934 beschließt Hitler, die mächtige Führungsriege der SA auszuschalten. Mit gezückter Pistole betritt er am 30. Juni das Hotel Hanselbauer in Bad Wiessee, in dem sein Duzfreund Ernst Röhm und weitere SA-Funktionäre logieren. Die insgesamt dreitägige Mordaktion in den eigenen Reihen ist als “Nacht der langen Messer” in die Geschichte eingegangen.
Die dreitägige Mordaktion der Nationalsozialisten vom 30. Juni bis 2. Juli 1934, um Gegner und Konkurrenten in den eigenen Reihen und im bürgerlichen Lager auszuschalten, sollte als “Nacht der langen Messer” in die Geschichte eingehen. Um sich die uneingeschränkte Macht im Reich zu sichern und seine Visionen von der deutschen Vorherrschaft über Europa voranzutreiben, musste Hitler die Schlagkraft der SA brechen, denn die Sturmabteilung war mit 3,5 Millionen Mitgliedern um ein Vielfaches größer als die 100.000 Mann starke Reichswehr. Röhm forderte eine “zweite nationale Revolution” mit einer radikalen sozialen Umgestaltung. In “seiner” SA sah Röhm den Kern einer neu zu gründenden “Volksmiliz”, der er auch die Reichswehr einverleiben wollte. Hitler wollte keinen erfahrenen Militärführer neben sich haben. Er beschloss, den Stabschef der SA auszuschalten. Ernst Röhm war sein Waffenbruder, Duzfreund und Vertrauter, den er bewunderte und fürchtete. Mit gezückter Pistole stürmt Hitler am Morgen des 30. Juni das Hotel Hanselbauer in Bad Wiessee am Tegernsee, in dem Ernst Röhm und weitere SA-Funktionäre logieren. Ihn als Verräter beschimpfend verhaftet der Reichskanzler seinen alten Kampfgenossen persönlich. Alle im Hotel zum Teil noch schlafenden SA-Führer werden von der SS verhaftet und in die Strafanstalt München-Stadelheim gebracht. 19 werden von einem Exekutionskommando der SS sofort erschossen. Das letzte Opfer ist am 1. Juli 1934 Ernst Röhm. Im Zuge der Aktion wurden vor allem in Bayern unter Hitler und in Berlin unter Göring und Himmler, aber auch im restlichen Reich insgesamt etwa 200 Menschen von SS, SD und Gestapo liquidiert: innerparteiliche Gegner, Mitarbeiter des Vizekanzlers von Papen, deutschnationale Politiker, der General und letzte Reichskanzler der Weimarer Republik Kurt von Schleicher und dessen Frau, General von Bredow, Hitlers linker Opponent Gregor Strasser, der Katholik Erich Klausener und auch einige SS-Leute. Die nationalsozialistische Propaganda stellte die Morde als präventive Maßnahme gegen einen bevorstehenden Putsch der SA unter Röhm – den sogenannten Röhm-Putsch – dar. In Wirklichkeit handelte es sich um eine Säuberungsaktion. Die Erschießungen wurden post factum per Gesetz zur sogenannten Staatsnotwehr erklärt: “Die zur Niederschlagung hoch- und landesverräterischer Angriffe am 30. Juni, 1. und 2. Juli 1934 vollzogenen Maßnahmen sind als Staatsnotwehr rechtens.” Die “Nacht der langen Messer” gebar ein Monster mit zwei Gesichtern: Nach dem Brudermord zeigte sich Hitler als zu jeglichem Verbrechen fähig. Im Deutschen Reich nahm die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten ihren Lauf. Der Rechtsstaat war beendet. Der Dokumentarfilm rollt die Ereignisse chronologisch auf und lässt zahlreiche Historiker aus Deutschland und Frankreich zu Wort kommen.

Climate Justice Social

This is an official mastodon instance for activists of the global climate justice and social justice movement.